Techno Classica Salon

Premiere mit Luft nach oben

Nachdem die altbewährte Techno Classica in Essen von der Retro Classics abgelöst wurde, durfte man gespannt sein, wie die neue Veranstaltung in Dortmund angenommen werden würde. Der Termin Ende September war allerdings nicht unbedingt glücklich gewählt. Bei Temperaturen von über 20 Grad und strahlendem Sonnenschein zieht es den geneigten Klassikerfahrer schließlich eher auf die Landstraße als in die Messehalle.

Entsprechend überschaubar war der Besucherandrang an diesem Wochenende. Von dichtem Gedränge konnte jedenfalls keine Rede sein.

Dabei hatte die Messe durchaus einiges zu bieten. Die Fahrzeugauswahl präsentierte sich erfreulich vielfältig: Neben exklusiven Sportwagen aus unterschiedlichen Epochen standen zahlreiche „Brot-und-Butter-Autos“, die einst zum alltäglichen Straßenbild gehörten. Auffällig groß war die Zahl der BMWs aus den 1980er-Jahren. Dazu kamen Porsche 911 in nahezu allen Varianten und eine stattliche Armada von Citroën DS.

Auch die Szene war vertreten. Die Landesgruppe Rhein-Ruhr präsentierte sich mit einem großen Stand, unmittelbar daneben waren die „Kulttimer“ unseres SB Steinhaus zu finden. Für einen besonderen Blickfang sorgte am FIVA-Stand der Léon Buat unseres Präsidenten W. Krämer – vermutlich das älteste Fahrzeug der gesamten Veranstaltung.

In Halle 5 hatten die Teilehändler ihr Quartier bezogen. Allerdings entstand zumindest aus meiner Sicht der Eindruck, dass die Modellfahrzeughändler zahlenmäßig deutlich überwogen. Für den ambitionierten Schrauber und Teilejäger hätte das Angebot daher durchaus umfangreicher ausfallen dürfen.

Fazit

Wer sich Zeit ließ, hatte nach zwei bis drei Stunden tatsächlich alles gesehen. Positiv: Die Gänge waren angenehm frei, die Atmosphäre eher familiär als hektisch. Negativ: Für eine Veranstaltung dieser Größenordnung blieb doch einiges an Potenzial ungenutzt.

Bleibt die Frage, ob die Oldtimer-Szene tatsächlich zwei große Messen in unmittelbarer regionaler Nähe braucht – im Frühjahr in Essen und im Herbst in Dortmund. Wenn beide Veranstaltungen noch deutlich „Luft nach oben“ haben, dürfte diese Frage durchaus diskutiert werden.

Die Antwort darauf muss letztlich jeder für sich selbst finden.

Text und Bilder
Günter Graskamp

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